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25.10.2016 | Workshop zur Mitgliedergewinnung

Am 25.10.2016 hat ein vom Regionssportbund organisierter Workshop zum Thema Mitgliedergewinnung stattgefunden. 40 Teilnehmende aus 27 Vereinen folgten der Einladung ins Haus der Region Hannover und nutzten die Gelegenheit sich über erfolgreiche Vereinsbeispiele und aktuelle Fördermöglichkeiten zu informieren. 

Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen war es dem Regionssportbund Hannover ein Anliegen seinen Vereinen helfend unter die Arme zu greifen und gemeinsam zu versuchen diesem negativen Trend entgegenzuwirken. Ziel des Workshops war es, den Funktionären anhand von Vereinsbeispielen, die in den vergangenen Jahren eine positive Mitgliederentwicklung zu verzeichnen hatten, aufzuzeigen, wie es gehen kann.

Um 18 Uhr begrüßte RSB-Vorsitzender Joachim Brandt die Teilnehmer und informierte noch einmal kurz über den Hintergrund und die Entstehung der Veranstaltung.

„In jedem Jahr nimmt sich unser Ausschuss für Prüfungsangelegenheiten die Vereinsentwicklungszahlen der Bestandserhebung unter die Lupe und vereinbare persönliche Gespräche mit Vereinen, die besonders starke Mitgliederrückgänge zu verzeichnen haben. Auf der anderen Seite befrage er auch Vereine, die hier einen positiven Trend aufwiesen, um Rückschlüsse zu ziehen und Anregungen zu erhalten.“

RSB-Vorsitzender Joachim Brandt

Aus der Erfahrung der letzten Jahre mit RSB-Veranstaltungen ähnlichen Formats mit einer Mischung aus Vortrag und ungezwungenem Austausch sei dann im letzten Jahr die Idee zu diesem Workshop entstanden.

Es folgte ein Impulsreferat durch Dr. Arne Göring von der Georg August Universität Göttingen. Als stellvertretender Leiter des Instituts für Sportwissenschaften hatte er für die Teilnehmenden fundierte Fakten und Erkenntnisse im Gepäck. Zunächst ordnete er die Thematik des Abends in eine der zentralen Herausforderungen für den organisierten Sport ein und zeigte im Anschluss die Erfolgsfaktoren von Sportentwicklungsprozessen auf, um Lösungen möglichst greifbar zu machen. Wachsen kann man im Übrigen in mehreren Dimensionen: Quantitativ wie qualitativ. Neben der Steigerung der Mitgliederzahlen können sich auch die Rahmenbedingungen des Vereins verbessern. Dies sei keine Stufenentwicklung, das Eine bedinge nicht zwangsläufig das Andere. Tiefhängende Früchte zu ernten bzw. kleine Schritte auf dem Weg zum Ziel seien ungemein wichtig sowie in jedem Fall als Grundvoraussetzung das aktive Wollen, ohne das eine Wende höchst unwahrscheinlich sei. Aktives Wollen beinhalte auch aktiv zu werden und meine auch zu Handeln und sich zu bewegen. 

„Wir bekommen nur dann die Zukunft, die wir uns wünschen, wenn wir sie selbst erfinden.“

Joseph Beuys

In diesem Fall beglückwünschte er allerdings die Anwesenden, die durch ihre Teilnahme am Workshop Letzteres bereits signalisierten und belohnte daher die Anwesenden mit einer aktiven Einlage, die auch visuell zum Ausdruck brachte, dass es an diesem Abend um Wachstum ginge.

Den zweiten Abschnitt leitete Dagmar Ernst, 2. Stellv. RSB-Vorsitzende und Vorsitzende des Ausschusses für Prüfungsangelegenheiten, ein, die anmerkte, dass es dem Ausschuss und dem Vorstand wichtig sei, lebendige Zahlen zu präsentieren. „Von der Prüfung zur Unterstützung.“ Daher freue man sich über die Bereitschaft der Vereine, die sich zur Verfügung stellten und einen Einblick in ihre Strategien und Strukturen gewährten.

Mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Burgdorf, dem Reit- und Fahrverein (RuF) Engelbostel, dem Oststädtische Spielervereinigung (OSV) Wunstorf, dem Tennis-Club (TC) Grün-Gelb Burgdorf, dem Sportverein (SV) Yurdumspor aus Lehrte und Schützenverein (SchüV) Kaltenweide stellten insgesamt sechs Vereine in Form von Kurzvorträgen ihr Konzept vor und beschrieben, welche Möglichkeiten sie gefunden haben, um ihre Mitglieder einerseits zu binden und um andererseits neue Mitglieder zu gewinnen.

Ihre Beiträge belebten die Veranstaltung und waren immens wichtig. Waren es doch authentische Beispiele von nebenan. Sie zeigten, dass man auch Fehler machen kann und darf, denn einen Königsweg gebe es nicht. Ein gemeinsames Erfolgsrezept neben den angesprochenen kleinen Schritten aus dem Vortrag von Arne Göring sei der Wohlfühlfaktor: Ein gutes Klima im Vorstand und unter den Mitgliedern. Damit werde die Arbeit im Verein erleichtert und angenehmer gestaltet, außerdem wird ein attraktives Bild nach außen abgegeben, welches als Werbung nicht unterschätzt werden dürfe. Hilfreich wäre eine Zielgruppendefinition und eine entsprechende bedarfsorientierte Angebotsanpassung oder –erweiterung. Damit einhergehend komme es ggf. zur Anschaffung neuer Sportgeräte. Dies seien Investitionen, die man nicht scheuen sollte.

Um die angesprochenen Punkte zu verwirklichen hat der RSB eine Bandbreite an Unterstützungsmöglichkeiten im Angebot. Diese wurde anschließend durch einzelne Vertreter des Regionssportbundes Hannover vorgestellt, um den Vereinen ins Gedächtnis zu rufen, in welcher Form und in welchen Bereichen finanzielle Hilfe möglich ist.

Zunächst führte die Geschäftsführerin Anna-Janina Niebuhr den Vereinen vor Augen, welche dauerhaften Förderungen der RSB seinen Vereinen biete und warb um eine Steigerung der Inanspruchnahme.

Unter anderem sei hiervon die Übungsleiterbezuschussung betroffen, die sich auf nebenberufliche lizenzierte Übungsleiter bezieht. Diese werde aktuell nur von der Hälfte der Vereine in Anspruch genommen. Des Weiteren erinnerte Niebuhr an die Förderung von Baumaßnahmen und deren Sanierung, gerade bei der energetischen Sanierung gebe es zusätzliche Zuschüsse. Um die Integration von Flüchtlingen in die Vereine zu unterstützen, gebe es seit rund einem Jahr die RSB-Flüchtlingshilfe, bei der eine unkomplizierte Unterstützung bis 500,- pro Projekt möglich sei.  Im Jugendbereich sei die Pauschalbeihilfe für außersportliche Jugendarbeit wie z.B. Einrichtung eines Jugendraumes genannt, dessen Antragstellung in jedem Jahr bis 15.12. erfolgen müsse. Auch gebe es Zuschüsse für Jugendfreizeiten regional bis international.

Als letzten Hinweis gab die Geschäftsführerin, die Gerätebezuschussung an. Der RSB sei einer der wenigen verbliebenen Sportbünde in Niedersachsen sei, der seine Vereine  in der Beschaffung neuer Sportgeräte finanziell unterstütze. Eine Förderung von bis zu 20 % (max. 12.560,- € pro Jahr) der förderfähigen Kosten sei möglich.

Die Richtlinien zu den Fördermöglichkeiten finden Vereine zum Nachlesen unter: www.rsbhannover.de/de/service/richtlinien

Die 2. stellv. RSB-Vorsitzende ergänzte die Möglichkeit der Geräteförderung durch die Bekanntgabe einer RSB-Aktion. Mit einer Bewerbung bei der Ausschreibung Bewegung gegen Krebs vom DOSB gewann der RSB einen Sport-Thieme Gutschein in Höhe von 5.000,- Euro. Die Vereine sollen am Gewinn partizipieren, indem nun eine eigene Ausschreibung ausgelobt wurde. Sechs Vereine des Regionssportbundes könnten Gutscheine in Höhe von 250,- Euro gewinnen. Dafür müsste man lediglich ein vorgefertigtes Formblatt ausfüllen, das auf den gewünschten Zweck hinweise. Die Ausschreibung inklusive Bewerbungsbogen findet man in der Geschäftsstelle sowie in kürze auf der Homepage. Bewerbungsschluss ist der 31.12.2016.

Zum Abschluss war Ulf Meldau, 1. stellv. RSB-Vorsitzende für das aktuelle RSB FSJ-Projekt, bei dem sich die Vereine noch bis 15.12.2016, um insgesamt zehn Stellen bewerben können. Die Kosten werden mit 290,- Euro pro Monat/FSJler und Verein möglichst gering gehalten, da sich mindestens zwei Vereine die Stellen teilen und die Ausbildung und Koordinierung der FSJler durch die RSB-Geschäftsstelle gemanagt wird. Drei Stellen seien bereits besetzt.

„Wir wollen unsere Vereine motivieren die Hilfe von engagierten, intelligenten jungen Menschen in Anspruch zu nehmen!“

Ulf Meldau, 1. stellv. RSB-Vorsitzender

Hintergrund:

Das Ergebnis einer Umfrage aus dem Jahr 2014 zeigte, dass zum einen die finanzielle Belastung (ca. 5.000,- €/Jahr) ein Problem für die Vereine darstellt, zum anderen gaben viele Vereine an, dass sie einen FSJler nicht 39 Stunden/Woche beschäftigen können. Die vielen Vorteile, die ein FSJler mit sich bringt (jung, engagiert und intelligent), werden leider selten von den Vereinen erkannt. Der RSB hat sich daher entschlossen, mit dem RSB FSJ-Projekt den Mitgliedsvereinen das FSJ näher zu bringen.

Zu Besuch war auch die Sparkasse Hannover. Anja Bergelt stellte in dessen Namen den Sparkassen-Sportfonds vor und warb für die Bewerbung, um Projekte zu verwirklichen und beispielsweise das Vereinsangebot zu erweitern.

„Wir freuen uns über jede Bewerbung. Nutzen Sie die Chance und wachsen Sie!“

Anja Bergelt, Sparkasse Hannover/Sparkassen-Sportfonds

Beim abschließenden informellen Teil der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden ausreichend Gelegenheit sich bei Getränken und Fingerfood die Stellwände anzuschauen, die Aussteller genauere Fragen zu stellen und sich mit den verschiedenen Vereinsfunktionären vor Ort auszutauschen. Zudem standen der RSB-Vorstand und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle für Rückfragen zur Verfügung. Außerdem boten die Informationsstände des RSB, der Sparkasse Hannover und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung viele Informationsmaterialien zur Anregung und Mitnahme bereit.

Stellwände & PowerPoint-Präsentationen der Vereinsbeispiele

Für Sie als Download

DLRG OG Burgdorf e.V.

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OSV Wunstorf e.V.

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RuF Engelbostel e.V.

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SchüV Kaltenweide e.V.

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TC GG Burgdorf e.V.

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Yurdumspor Lehrte e.V.

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PowerPoint-Präsentation | Referent Dr. Arne Göring

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PowerPoint-Präsentation | DLRG Burgdorf

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PowerPoint-Präsentation | TC Grün Gelb Burgdorf

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Hinweis:

Die Durchführung wurde durch die Förderung aus Mitteln der Finanzhilfe des Landes Niedersachsen realisiert.