10.000 Euro für den TSV Sievershausen

Dorffehde ist klimage(s)checkt

Symbolisch überreichten Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, Präsident des LandesSportBundes Niedersachsen (LSB), am Rande des Turniers einen Scheck über 10.000 Euro an den Vereinsvorsitzenden Jörg Schwieger.

Foto: © Stefan Koch

10.000 Euro für den TSV Sievershausen

Ideenwettbewerb „Klima(s)check für Sportvereine“

10.000 Euro für den TSV Sievershausen: Sieg beim landesweiten Ideenwettbewerb „Klima(s)check für Sportvereine“ mit seiner Dorffehde im Zeichen des Klimaschutzes

Große Freude beim TSV 03 Sievershausen! Der Turn- und Sportverein aus der Region Hannover hat den ersten Durchgang des landesweiten Ideen-Wettbewerbs zu einer Veranstaltung rund um Sport und Klimaschutz und damit 10.000 Euro Preisgeld gewonnen. Die offizielle Bekanntgabe des Siegers erfolgte am 25.5.2017 bei der traditionellen `Dorffehde´ des Vereins. Bei diesem nicht ganz ernst gemeinten Turnier treten die Anwohner aus Nord- und Süddorf einmal jährlich gegeneinander an. Dieses Mal kämpften sie außerdem gemeinsam für den Klimaschutz, der sich als roter Faden vom Eröffnungsgottesdienst bis zu den Spielen ohne Grenzen und speziellen Angeboten für alle Altersgruppen durch den ganzen Tag zog. Mit diesem breit gefächerten Ansatz und den zahlreichen verschiedenen Klimaschutz-Aktionen hatte der Verein die Fachjury letztlich überzeugt, die jedes Jahr einen Sieger auswählt.

Schirmherr des Wettbewerbs ist der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel: „Klimaschutz ist eine zentrale Herausforderung für uns alle. Wir wollen den Energieverbrauch senken und die energieeffiziente Modernisierung vorantreiben. Unsere Sportvereine sind ein idealer Ansatz, denn sie bringen die Menschen zusammen. Hier setzt die Kampagne `Klima(s)check für Sportvereine´ mit ihren beiden Bausteinen an. Für die Umsetzung stellt das Umweltministerium bis 2020 pro Jahr 80.000 Euro Fördermittel zur Verfügung“.

Pünktlich um 10 Uhr eröffnete Pastorin Hanna Dallmeier die Dorffehde mit einem Feldgottesdienst im 16-Meter-Raum der Sportanlage am Schmiedeweg. Sie stellte eine Verbindung von der Kraft Gottes bis hin zur Kraft der erneuerbaren Energien her. Wer aber meinte, während des Gottesdienstes Ruhe und Energie für den späteren Tag sammeln zu können, der sah sich getäuscht. Dallmeier gestaltet den Gottesdienst sehr lebendig und so mussten sich die Besucher bei den Liedern ausdrucksstark mit Gesten und Bewegungen unter Einsatz ihres gesamten Körpers einbringen. Und dann gab es die erste Sensation des Tages. Seit Jahren ist der Gottesdienst, bei dem der erste Punkt für die meisten Besucher vergeben wird, eine sichere Angelegenheit für das Süddorf. In diesem Jahr war sich das Süddorf aber wohl zu sicher. 114 Besucher kamen aus dem Norden, nur 110 aus dem Süden: Erster Punkt für den Norden.

Auch bei den Verzehrständen hatte sich in diesem Jahr einiges geändert. Bratwurst direkt aus dem Brötchen ohne Pappteller, essbare Pommes-Schalen und der Verzicht auf kleine Fläschchen sorgten für eine deutlich geringere Abfallmenge.

Dann spielten Kinder, Jugendliche und Erwachsene Fußball gegeneinander. Bei den Kindern siegte der Süden, bei den Jugendlichen und Erwachsenen hatte der Norden die besseren Fußballer. Zwischenstand 3 : 1 für den Norden. Gleichzeitig sorgten Umweltclown Fussel, die Naturonauten Lili Löwenmaul und Claudius Immergrün und die Kinderklimaberaterin Patricia dafür, dass Klimaschutz auch kindgerecht vermittelt wurde.

Endlich kam es zu dem lang herbeigesehnten Spiel ohne Grenzen. Bei jedem Spiel erhielten die Zuschauer jede Menge Wissenswertes rund um Müllvermeidung, Lebensmittelabfälle, Energieeinsparung, Windenergie und vieles mehr.

Zunächst waren die Kinder an der Reihe. Plastikflaschen mussten hochgeworfen werden und sollten nach einer Drehung zum Stehen kommen. Gar nicht so einfach. Punkt für den Süden.

Bottleflip

Foto: © Stefan Koch

Die Erwachsenen hatten die Aufgabe, wie bei Susi und Strolch einen Faden zu Essen, mit dem sie „verbunden“ waren. Der Süden war schneller. Für viel Lacher sorgte dann das Windbeutelwettessen der Kinder. Sahneverschmierte Kindergesichter und ein Punkt für den Süden blieben zurück. Plötzlich führte das Süddorf 4:3.

Susi und Strolch

Wasserspiel

Fotos: © Stefan Koch

Tischtennisbälle mussten auf ein Klebeband gepustet werden, der Norden glich aus. Beim Spiel „Elf Geschworene“ mussten Sievershäuser peinliche Fragen zu ihrem Umweltverhalten beantworten. Rateteams hatten die Aufgabe einzuschätzen, wieviel von den Geschworenen beispielsweise beim Duschen während des Haarewaschens nicht das Wasser abstellen. Der Norden hatte das bessere Rateteam und ging damit 5:4 in Führung.

Dann wurde es feucht. Tabletts voll mit Bechern mussten über die Köpfe weitergereicht werden. Nicht jeder hatte eine ruhige Hand und so kam es zu unfreiwilligen Abkühlungen. Nur gut, dass inzwischen auch die Sonne über die Veranstaltung schien. Der Süden blieb trockener und es stand 5:5 vor dem letzten Spiel.

Die Spannung war mit Händen zu greifen. Die Arena am Schmiedeweg wurde zum Hexenkessel. Es galt, Wasser aus einem Pool über einen Parcour zu einem Zieleimer zu transportieren. Das Problem: Dies musste mit Gummistiefeln der Größe 46 passieren, die die Akteure anziehen mussten. Slapstickeinlagen waren dabei garantiert und Bauchlandungen im Pool waren unvermeidbar. Beide Zieleimer waren gleich schnell voll und so ging die Dorffehde 2017 unentschieden aus.

Und dann feierten Norddörfler und Süddörfler noch lange und auf der Sportanlage am Schmiedeweg das Unentschieden der Dorffehde und den Sieg für den Klimaschutz.

TSV-Vorsitzender Jörg Schwieger freut sich mit seinem Verein sehr über die Auszeichnung: „Unser Konzept ist damit voll aufgegangen: Sport, Spiel und Spaß mit Informationen rund um den Klimaschutz zu kombinieren. So können wir viele Gäste auf unserer Dorffehde begrüßen und diese dabei für den Klimaschutz sensibilisieren. Über das Preisgeld freuen wir uns natürlich sehr. Einen Teil davon wollen wir verwenden, um unsere alten Lampen gegen hocheffiziente LEDs auszutauschen“.

Der Ideen-Wettbewerb wurde 2017 zum ersten Mal ausgelobt. Er ist ein Bestandteil der Kampagne „Klima(s)check für Sportvereine“ von LSB, der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Ziel ist es, Bewusstsein und Engagement für Energieeffizienz und Klimaschutz in niedersächsischen Sportvereinen zu etablieren.

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