Ulf Meldau (Lehrte) ist neuer 1. stellvertretender Vorsitzender.

Hilke Haeuser (Wedemark) ist als neue Schatzmeisterin zuständig für die Finanzen.

Auf dem 21. ordentlichen Sporttag des Regionssportbundes Hannover e.V. (RSB) am Samstag im „Haus der Region“ erhielten beide von den 250 anwesenden Vereinsdelegierten das Vertrauen für die kommenden vier Jahre. Einstimmig beziehungsweise mit überwältigender Mehrheit fielen auch die weiteren Vorstandswahlen sowie die vom Hauptausschuss vorgeschlagenen Satzungsänderungen aus.

Auch 2014 ist der Verlust des ehemaligen Geschäftsführers, Roland Freitag, deutlich zu spüren. In der Totenehrung erinnerte der Vorsitzende Joachim Brandt stellvertretend für alle verstorbenen Sportkameradinnen und Sportkameraden im RSB an das ehemalige Vorstandsmitglied und stellte seine unermüdliche Arbeit für die Sportregion Hannover heraus.

In seinen Grußworten beschrieb ihn später der Direktor des LandesSportBundes (LSB), Reinhard Rawe, als wahrhaften Streiter für den Sport, als ehrliche Haut und verlässlichen Partner.

Unter den insgesamt 48 Sportbünden Niedersachsens ist der RSB nach wie vor der größte im Land. Selbst nach einem Zusammenschluss vieler Sportbünde zu Sportregionen im Rahmen der LSB-Initiative „Sportbünde 2015“ ist er in seiner bisherigen Form der viertgrößte Vereinszusammenschluss in Niedersachsen.

Andrea Fischer, Finanzdezernentin der Region Hannover, überbrachte als Hausherrin die Grußworte des Regionspräsidenten, betonte die gute Nachbarschaft und hob die Wichtigkeit der ehren- und hauptamtlichen Verwaltungs- und Organisationsarbeit innerhalb der Vereine und Verbände hervor.

Vera Wucherpfennig, die persönliche Referentin des Innen- und Sportministers Boris Pistorius, überbrachte dessen Grußworte und betonte an den guten Kontakt ihrer Vorgänger zum RSB-Vorstand anknüpfen zu wollen.

Lob und Anerkennung sprach sie dem RSB, für seine hervorragende Arbeit als Dienstleister der 668 angeschlossenen Vereine, in denen sich derzeit 178.737 Sportlerinnen und Sportler engagieren, aus. Die Angebote für Kinder, Jugendliche, Ältere, Emigranten, etc. seien vorbildhaft.Neben dem Hauptziel junge Mitglieder zu gewinnen und möglichst dauerhaft an sich zu binden, um demographischen Wandel zu trotzen, bat sie auch darum verstärkt das Angebot für die älter werdende Bevölkerung weiter zu gestalten und auszubauen. Die Aufgabe der Landespolitik sei es für die Sportorganisation gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, habe man inzwischen zwei wirksame Bedingungen auf den Weg gebracht: Zum einen das Sportstättensanierungsprogramm, zum anderen das seit dem 1.1.2013 in Kraft getretene niedersächsische Sportfördergesetz: „So sind jährlich jetzt 31,5 Millionen Euro festgeschrieben plus zusätzlicher Mehreinnahmen. Letztes Jahr waren es ca. 2,3 Millionen Euro. Auch dieser Betrag steht dem Landessportbund für Sportförderzwecke zur Verfügung.“

Der Direktor des Landessportbundes (LSB), Reinhard Rawe, der selbst in der Region beheimatet ist, lobte die bereits enge Zusammenarbeit der Sportbünde in Hannover und warb dafür auch weiterhin die Kräfte zu bündeln und Synergien ausschöpfen, um die Vereinswesen in der Sportregion Hannover zukunftsfähig zu gestalten.

Ferner stellte er fest, dass der RSB zusammen mit dem Stadtsportbund rund 1/3 der Bevölkerung in seinen Organisationen hinter sich wisse. – Der RSB-Vorsitzende Joachim Brandt nahm dies später zum Anlass festzuhalten, dass man sich natürlich über eine entsprechende Berücksichtigung im Rahmen des Regionshaushaltes freuen würde.

Rawe begrüßte die Umsetzung des auch von ihm angeregten niedersächsischen Sportfördergesetzes, welches dem LSB und seiner Mitglieder Rechtssicherheit gibt. Gleichzeitig merkte er aber auch an, dass es zur Wahrheit gehöre zu sagen, „...dass wir in Niedersachsen die zweitschlechteste Sportförderung in Deutschland haben. Das können wir halten wie wir wollen. Pro Mitglieder, pro Kopf, pro Fläche, wie auch immer. - Man muss auch sagen, dass die Sportförderung vorher zweimal gekürzt worden ist, nämlich um 20%. Und dass wir immer noch nicht da wieder angekommen sind, was wir 2004 schon einmal hatten. Und dass wir mit dem, was wir an Sportfördermöglichkeit haben, längst nicht das erfüllen können, was wir brauchen, um es erfüllen zu müssen und zu wollen und was gesellschaftlich erwartet wird.“ So könne der LSB z.B. den Übungsleitern weniger als 1/3 bezuschussen. „Wir haben kein Einnahmeproblem in Deutschland. Wir haben die höchsten Steuereinnahmen in der Geschichte der BRD. Wir haben ein Ausgabeproblem.“

Allerdings habe der Sport in Deutschland aktuell ein Wahrnehmungsproblem. Auch die zuletzt gescheiterten Olympiabewerbungen zeigten dies deutlich. Ferner sprach er das große Potenzial des organisierten Sports an, gesellschaftliche Aufgaben wahrnehmen zu können: „Die Arbeit in den Bereichen Jugend, Gesundheit, Frauen, Integration, Inklusion, u.s.w. Das will und kann der Sport leisten. Doch hierfür benötige man aber auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen. Letztendlich auch in Form von finanzieller Unterstützung, sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- und auf Kommunalebene. Doch auf letzter Ebene sei die Sportförderung eine freiwillige Leistung. – Sie findet statt oder auch nicht. Das müssen wir auch kritisch so bemerken.“ Und solange dies keine kommunale Pflichtaufgabe sei, gelte es hier gemeinsame viel Überzeugungsarbeit auf allen Sportebenen zu leisten. Er warb dafür, dass die anwesenden Delegierten als Sportbotschafter noch mehr für die guten Werte des Sports eintreten mögen und diese auf gesellschaftlicher und politischer Ebene zu verbreiten.

Es folgte der parlamentarische Abschnitt der Delegiertenversammlung. Doch ehe es zu den üblichen Berichten, Ehrungen und Vorstandswahlen kam, hatte das zuvor einstimmig gewählte Tagespräsidium unter der Leitung von Lothar Brecht (Barsinghausen) mit Jürgen Pigors (Langenhagen) und Lucie Gürtler (Wunstorf) eine umfangreiche Aufgabe zu bewältigen: Als Mitglied des Ausschusses für Satzungen, Ordnungen und Organisationsentwicklung im RSB stellte Brecht die vom Hauptausschuss vorgeschlagenen Satzungsänderungen vor und erläuterte den 250 stimmberechtigten Delegierten jeweils den Handlungsbedarf und ließ im Anschluss darüber abstimmen, ob diese Änderungen in Kraft treten sollen.

Hintergrund

Mit dem Tod des ehemaligen Schatzmeisters, Roland Freitag, kurz nach seiner Wahl beim letzten Sporttag 2012, ist der RSB-Vorstand in eine Situation geraten, die mithilfe der bisherigen Satzung nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte. Für ein vorzeitiges Ausscheiden des Vorsitzenden oder des 1. stellv. Vorsitzenden wurde in der Satzung ausreichend Vorsorge getroffen. - Nicht jedoch für das Ausscheiden des Schatzmeisters. Daher habe der Vorstand die vergangenen 1,5 Jahre mit einem ständigen Kompromiss leben müssen, der von allen Beteiligten ein sehr hohes Maß an Toleranz und Disziplin abverlangt hat. Dieser Kompromiss sah so aus, dass die stellv. Vorsitzende Dagmar Ernst satzungsgemäß in den geschäftsführenden Vorstand (GeVo) aufrückte und fortan eine Doppelfunktion als stellvertretende Vorsitzende und kommissarische Schatzmeisterin ausübte. Um die Belastung in Grenzen zu halten, habe man in der Zwischenzeit nach einer kompetenten Kraft aus einem dem RSB angeschlossenen Verein gesucht. Diese fand sich mit Hilke Haeuser, wohlwissend, dass sie bis zur nächsten Delegiertenversammlung nur als Beisitzerin an den GeVo-Sitzungen teilnehmen durfte. So half sie dem GeVo auf freiwilliger Basis und arbeitete ohne Rechten und Pflichten dem Amt des Schatzmeisters zu.

Deshalb wurde der Ausschuss für Organisationsentwicklung beauftragt, die Satzung zu überarbeiten. Nach Durchleuchtung sämtlicher Paragraphen ist man auf weitere, meist redaktionelle Punkte gestoßen, die der Änderung bedurften.

Mit einem sensationellen Ergebnis: So stellte Lothar Brecht fest, „...dass bei jedem einzelnen Punkt der Satzungsänderung eine überwältigende Mehrheit dafür gestimmt hat, sodass ich auf eine Auszählung der Stimmen verzichtet habe, weil ganz offensichtlich die erforderliche ¾ Mehrheit (188 Stimmen) jeweils erreicht wurde. Die höchste Gegenstimmenzahl waren 3 Nein-Stimmen, sodass wir sehr sicher sein können.“

Hier die wichtigsten Satzungsänderungen:

  • Bei plötzlichem Ausscheiden aus einem Vorstandsamt (wie zuletzt geschehen) kann sich der Vorstand nicht nur aus den Reihen des Vorstands, sondern auch aus den Reihen der angeschlossenen Sportvereine ergänzen. Nur wenn ein Mitglied des GeVo (bestehend aus Vorsitzender, 1. stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister) betroffen ist, bedarf dies der Zustimmung des Hauptausschusses binnen einer Frist von 3 Monaten. Bei Ausscheiden eines Mitglieds, das nicht dem GeVo angehört, ist eine Ämteranhäufung zulässig; das betroffene Mitglied erhält in diesem Zuge jedoch keine zusätzliche Stimme. Die Zustimmung des Hauptausschusses ist bei der nächsten Hauptausschusssitzung einzuholen.
  • Die Stellvertreter des Vorsitzenden haben eine eindeutige Zuweisung erhalten, damit erkennbar ist, in welchem Zyklus der Posten zur Wahl steht (2. und 3. stellvertretende Vorsitzende).
  • Aus dem Jugendleiter und seinem Stellvertreter werden der Vorsitzende und der stellv. Vorsitzende der Sportjugend.
  • Der Jugendtag wird zum Jugend-Sporttag.

Aus dem Amt schied nach vier Jahren Amtszeit der 1. stellvertretende Vorsitzende, Heribert Giegerich. Ihm folgt als neuer 1. stellvertretender Vorsitzender Ulf Meldau (Lehrte), der bisher bereits als stellvertretender Vorsitzender in die Vorstandsarbeit involviert war. Zum neuen 3. stellvertretenden Vorsitzenden wurde Tobias Donner (Hannover) gewählt, der sich bisher für die Sportjugend als stellvertretender Vorsitzender stark gemacht hatte. Alte und neue Sportwartin des RSB ist Katharina Lika (Barsinghausen). Auch die Kassenprüfer Bernd Lawrenz und Marian Höfer (bereits seit 2010 und damit 2. Amtsperiode) sowie der Ersatzkassenprüfer Dieter Rahlwes (ebenfalls 2. Amtsperiode) wurden von den Delegierten in ihrem Amt bestätigt.

Im Vorfeld wurden durch die jeweiligen Gremien bereits ins Amt gewählt: Sportringvertreterin Michaela Henjes (Sportring Langenhagen), sie folgte auf Ralf Pesliak (Sportring Burgwedel), der nach 2 Jahren Amtszeit (seit 2012) ausschied. Neuer Fachverbandsvertreter ist Carsten Fitschen (Seelze), der Werner Bösche (Isernhagen) nach 4 Jahren (2010) im Amt beerbt.

Für ihre langjährige Vorstandsarbeit überreichte Direktor Rewe (LSB) Werner Bösche die bronzene Ehrennadel sowie Heribert Giegerich, der sich aus der aktiven Arbeit verabschiedet, mit der goldenen Ehrennadel des LandesSportBundes.